Energiestrategie 2050: Wichtige Entscheidungen bezüglich der Wärme-Kraft-Kopplung

Zurzeit arbeitet die Schweizer Politik an der Energiestrategie 2050.
Am 25. Mai 2011 hat der Bundesrat entschieden, die bestehenden Kernkraftwerke am Ende ihrer Betriebsdauer stillzulegen und nicht durch neue Kernkraftwerke zu ersetzen. Wie der Ausstieg aus der Kernkraft und die Reduktion der CO2-Emissionen gestaltet werden sollen, ist Bestandteil der Energiestrategie 2050. Dabei spielt auch die Wärme-Kraft-Kopplung (WKK) eine Rolle.

Grösste WKK Anlage der Schweiz: Wärmeverbund Riehen
Grösste WKK-Anlage der Schweiz: Wärmeverbund Riehen

Der Entwurf des Bundes sieht das Potential von WKK-Anlagen vor allem darin, im Winterhalbjahr gleichzeitig Elektrizität und Wärme zu liefern, und somit die reduzierte Solar- und Windenergie zu kompensieren. Zudem wird der Beitrag von WKK-Anlagen an die Netzstabilität betont. Diese Anlagen können bei Bedarf schnell ein- oder ausgeschaltet werden und sind somit eine ideale Ergänzung zur Energiegewinnung aus Wind und Sonne.
Der Bund schlägt folgende Massnahmen vor:

  • Fossile oder teilfossile WKK-Anlagen im Wärmeleistungsbereich zwischen 350 kW und 20 MW werden unter bestimmten Auflagen finanziell gefördert.
  • Die Netzbetreiber werden die elektrische Energie aus WKK-Anlagen mit einer WKK Vergütung abgelten. Diese Vergütung besteht aus festen und variablen Komponenten, welche sich sowohl am Marktpreis der Elektrizität, als auch an den Gestehungskosten orientiert.
  • WKK-Anlagen unterliegen der Eigenverbrauchsregelung, dies bedeutet, dass nur die Elektrizität ins Netz eingespeist wird, welche nicht für den Eigenverbrauch benötigt wird.
  • Wer eine WKK-Anlage betreibt, ist dazu verpflichtet die CO2-Emissionen komplett zu kompensieren, im Gegenzug werden sie von der CO2-Abgabe befreit.

Ende Januar ist die Frist der Vernehmlassung zu den Vorschlägen des Bundes abgelaufen. Es sind über 450 Stellungnahmen beim Bund eingetroffen. Diese werden nun vom Bundesamt für Energie (BFE) ausgewertet und die Vorlage entsprechend bereinigt. Voraussichtlich verabschiedet der Bundesrat die Botschaft ans Parlament im September 2013.

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Quelle: Bundesamt für Energie BFE, Bild: IWK