Mehr Effizienz dank Wärme-Kraft-Kopplung

Das Energiekonzept 2050 der Stadt St.Gallen gibt vor, dass ein namhafter Teil der Strom- und Wärmeversorgung regional und mit Wärme-Kraft-Kopplung (WKK) erzeugt werden soll. Mit dem produzierten Strom sollen unter anderem Wärmepumpen versorgt und mit der über Verbünde verteilten Abwärme fossile Heizungen ersetzt werden.

Der GE Jenbacher JMS 612 ist einer der ersten seiner Art in der Schweiz: Mit modernster Technik produziert die gasbetriebene WKK-Anlage gleichzeitig Wärme und Strom – und trägt so dazu bei, dass die Stadt St. Gallen entsprechend ihrem Energiekonzept jährlich bis zu 5‘000 Tonnen CO2 einsparen kann. Geliefert und installiert wurde die Anlage durch die IWK Integrierte Wärme und Kraft AG (IWK), an der Energie 360° mit 49 % beteiligt ist. Bei einer elektrischen Spitzenleistung von 2 Megawatt versorgt die Anlage primär im Winterhalbjahr rund 3000 Haushalte mit Strom beziehungsweise rund 5000 Haushalte mit Wärme. Künftig soll die Energieerzeugung mit WKK noch ausgebaut werden.

Die Stadt St.Gallen hat sich ehrgeizige Energieziele gesteckt. In allen Bereichen der Energieversorgung will sie deutlich effizienter werden. Als wichtiges Standbein der städtischen Stromversorgung sieht das Energiekonzept 2050 die Wärme-Kraft-Kopplung vor. Michael Stang von den Sankt Galler Stadtwerken erklärt: «So können wir den steigenden Strombedarf für die Elektromobilität und die dezentralen Wärmepumpenheizungen vor allem auch in den Wintermonaten decken, wenn nicht genug Solar- und Wasserstrom verfügbar ist.» Der Vorteil: Statt nur Wärme produzieren WKK-Anlagen gleichzeitig hochwertigen Strom. Das Gas, mit dem die Anlage läuft, wird somit noch effizienter genutzt.

Bis 2050 will die Stadt komplett ohne fossile Energien für reine Heizzwecke auskommen. «Erdgasbetriebene WKK-Anlagen sind für uns eine Brückenlösung, mit der wir unsere Energiebilanz schnell verbessern können, bis erneuerbare Energien ihre volle Kapazität erreicht haben», sagt Michael Stang. Geplant ist auch, dass die Anlagen im Laufe der Zeit mit einem grösseren Anteil Biogas betrieben werden.

Hoher Wirkungsgrad

Mit dieser WKK-Anlage – es ist die grösste in der Ostschweiz – sind die Stadtwerke durchwegs zufrieden. «Das war die richtige Entscheidung», sagt Michael Stang. Eine ausgefeilte Technik, der hohe elektrische Wirkungsgrad von 43,5 Prozent, aber auch die optimalen Bedingungen am Standort beim Kehrichtheizkraftwerk sorgen für maximale Effizienz. Die dezentrale Energieerzeugung leistet dabei gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Stabilität des lokalen Verteilnetzes – und das bei hoher Versorgungssicherheit.

Die Herausforderung für die IWK bestand vor allem in der hydraulischen Einbindung der Anlage in das bestehende Fernwärmenetz. «Durch die Grösse des Fernwärmenetzes galt es, die hohen Anforderungen an Heizwassertemperatur und Druck zu erfüllen – und das bei sehr engen Platzverhältnissen», erklärt Daniel Dillier von der IWK Integrierte Wärme und Kraft AG.

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